de it en

Filip Piccolruaz

Der Grödner Künstler ist seit 25 Jahren als Bildhauer tätig und arbeitet mit unterschiedlichen Stilen und Materialien.

Bildhauer, Referent und Künstler - so vielseitig ist Filip Piccolruaz

Die traditionelle Holzbildhauerei aus Gröden wird seit Generationen weitergegeben und mit künstlerischer Leidenschaft neu interpretiert.

Eine Werkstatt, ein Erbe, ein Weg.
Mein Vater, Gebhard Piccolruaz (Jahrgang 1948), begann seine Laufbahn als Lehrling seines älteren Bruders Luis Piccolruaz. Bereits Mitte zwanzig fasste er den mutigen Entschluss, einen eigenen Betrieb zu gründen – unabhängig von den damals dominierenden Verlegern. Dieser Schritt eröffnete ihm die Freiheit, eigene künstlerische Visionen zu verwirklichen und diese selbstständig zu vermarkten.
In den 1970er Jahren erlebte die Grödner Holzschnitzkunst eine Zeit des Aufschwungs und unsere Werke fanden ihren Weg in zahlreiche europäische Länder und sogar nach Amerika. Die Nachfrage war überwältigend und die Werkstatt war ein lebendiger Ort kreativen Schaffens. Doch in den folgenden Jahren kamen auch wirtschaftlich schwierige Zeiten. Mein Vater ließ sich davon jedoch nicht entmutigen: Mit Beharrlichkeit, einem feinen Gespür für Qualität und einer tiefen Verwurzelung in der Tradition gelang es ihm, den Betrieb weiterzuführen – wenn auch in kleinerem Umfang.

Nach der Pflichtschule trat ich in seine Fußstapfen und durfte bei ihm in die Lehre gehen. Über viele Jahre hinweg teilten wir uns die Werkstatt in St. Ulrich, die ein Ort des Austauschs war, geprägt von gegenseitiger Achtung, Inspiration sowie handwerklichem und künstlerischem Anspruch. Als mein Vater 2006 in den Ruhestand ging, übernahm ich den Familienbetrieb und führte ihn in eine neue Zeit - als Einzelunternehmer, mit dem festen Willen, Tradition und Innovation in Einklang zu bringen.
Es erfüllt mich mit tiefer Freude und Dankbarkeit, dass unsere Werkstatt bis heute besteht – ein Ort, an dem zahlreiche bedeutende Kirchen mit Figuren und sakralen Einrichtungen ausgestattet wurden und an dem das Kunsthandwerk lebendig geblieben ist.
Auch mütterlicherseits reicht das künstlerische Erbe weit zurück: In meiner Familie finden sich mehrere bedeutende Bildhauerpersönlichkeiten, darunter Leopold Moroder (1850–1906), mein Urgroßvater Vinzenz Moroder sen. (1889–1980) sowie mein Großvater Vinzenz Moroder jun. (1922–2015). Besonders im Altarbau hinterließen sie bleibende Spuren – bis heute sind ihre Werke in zahlreichen Kirchen Siziliens und Norditaliens, etwa im Raum Verona, zu finden.
Diese tiefe Verwurzelung in der Kunst, die über mehrere Generationen hinweg getragen wurde, prägt mein Schaffen bis heute. In jedem Werk, das in meiner Werkstatt entsteht, lebt ein Stück dieser Geschichte weiter.

Lebenslauf des Grödner Künstlers Filip Piccolruaz

  • geboren am 2. April 1977 in Bozen
  • 1991–1995: Besuch der Berufsfachschule für Bildhauerei in St. Ulrich
  • 1998: Gesellenprüfung
  • seit 1991: Tätigkeit als Bildhauer und Künstler in der eigenen Werkstatt in St. Ulrich, zusammen mit seinem Vater Helmuth Gebhard
  • 2001–2018: Unterricht an der Berufsschule für das Kunsthandwerk in St. Ulrich (Gröden)
  • 2012: Unterricht am Kunstlyzeum „Cademia“ in St. Ulrich (Gröden)
  • 2012–2013: Unterricht im Bereich Modellieren, Plastik und Bildhauerei für Schüler der Akademie der bildenden Künste in Venedig (Accademia di Belle Arti di Venezia)
  • 2014: Meisterprüfung
  • 2017: Dozent an der Accademia di Belle Arti in Venedig (Fächer: Bildhauerei und Plastik)
  • seit 2019: Obmann der Berufsgruppe für das Kunsthandwerk im lvh.apa (Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister)

Parallel dazu:

  • Besuch zahlreicher Kurse, vor allem im Bereich Guss- und Modelliertechniken
  • Leitung zahlreicher Kurse (Akt-Modellierkurse, Porträtkurse, Schnitzkurse)
  • Praxiserfahrung im Umgang mit Marmor, Holz, Keramik, Gips und Plexiglas
  • Ehrenamtliche Tätigkeit in zahlreichen Vereinen, z. B. mehrjähriger Obmann und Sänger im Kirchenchor St. Ulrich, Sänger beim Ensemble Gherdëina und Jugendchor St. Ulrich


Filip Piccolruaz - Der Grödner Künstler kann als Referent für Modellier- und Schnitzkurse angefragt werden

Das Grödnertal, im Herzen des UNESCO-Weltnaturerbes der Dolomiten hat sich bereits lange Zeit vor dem Tourismus mit dem Schnitzhandwerk einen Namen gemacht. Auch heute noch wird diese Tradition aufrechterhalten und die Geschicklichkeit der Künstler wird weit über die Grenzen Südtirols hinaus sehr geschätzt. Der in St. Ulrich lebende Bildhauer Piccolruaz pflegt diese Tradition mit viel Liebe und Kunstfertigkeit und gibt seine Kenntnisse gerne weiter. Er kann auf eine jahrelange Erfahrung als Referent zahlreicher Kunstkurse zurückblicken und ist als Kursleiter in Kunstschulen, Akademien, Schnitzschulen oder Vereinen buchbar. In seinen Schnitzkursen entsteht aus einer Idee zunächst ein Entwurf und schließlich eine Figur, ein Relief oder eine Skulptur aus Holz. In seinen Modellierkursen (Akt- oder Porträtmodellieren) vermittelt er mit viel Leidenschaft sein Wissen über die Grundlagen des Modellierens sowie über Proportionen, Ausdrucksformen und Bewegungen der menschlichen Figur.

Design

Wenn Kunst und Möbeldesign verschmelzen, entstehen aus Holz emotionale Objekte. Skulpturen zum Sitzen, die kraftvoll, sinnlich und zutiefst menschlich sind.

Profan

Individuelle Skulpturen mit Charakter: Die Werke von Filip Piccolruaz lassen profane Kunst zu einem lebendigen Ausdruck handwerklicher Meisterschaft werden.

Sakral

In traditioneller Technik entstehen aus edlen Hölzern sakrale Kunstwerke, die kraftvoll zwischen Andacht und Ästhetik wirken.

Aus eigener Hand. Mit fachmännischem Wissen angefertigt.

Vom Entwurf bis zur
fertigen Skulptur.