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Filip Piccolruaz

Der Grödner Künstler ist seit 25 Jahren als Bildhauer tätig und arbeitet mit unterschiedlichen Stilen und Materialien.

Filip Piccolruaz – Bildhauer, Künstler, Referent

Piccolruaz lebt für seine künstlerische Freiheit und seine Familie blickt auf eine lange Tradition im Grödner Schnitzhandwerk zurück

Der Name „Piccolruaz“ steht für eine Grödner Familie von Holzschnitzern und Bildhauern.
Im Ladinischen Grödnertal, wo die Ursprünge des Schnitzhandwerks bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, war die Holzschnitzerei über Generationen für das Überleben zahlreicher Bergbauernfamilien von großer Wichtigkeit.

Der Künstler Filip kann sowohl unter den väterlichen als auch unter den mütterlichen Vorfahren zahlreiche Holzschnitzer ausmachen:
„Bereits mein Urgroßvater Piccolruaz Alois Ignaz sen. (1868-19) schnitzte – insbesondere Christusfiguren, auch wenn die Bildhauerei noch nicht seinen Brotberuf darstellte. 1922 beschloss mein Großvater Luis Piccolruaz jun. (1897-1982) eine Werkstatt zu eröffnen und die Bildhauerei zu seinem einzigen Lebensunterhalt zu machen. Wie die meisten anderen Grödner Schnitzer jener Zeit arbeitete er vorwiegend für Wiederverkäufer (sog. Verleger). 1940 konnte Sohn Luis Piccolruaz (1930-2016) in seine Fußstapfen treten und den Betrieb in den folgenden Jahren weiter ausbauen. Zahlreiche Lehrlinge und Gesellen fanden in der Werkstatt Anstellung. Damit wurde vielen jungen Grödner Bildhauern die Möglichkeit geboten, ihr künstlerisches Können zu perfektionieren.

Mein Vater Gebhard Piccolruaz(geb. 1948), zunächst Lehrling seines älteren Bruders Luis Piccolruaz, gründete, als er Mitte 20 war, einen eigenen Betrieb. Dabei wagte er es, sich von den Verlegern zu trennen. Auf diese Weise konnte er eigene Kunstwerke schaffen und diese auch selbst vermarkten. In den 1970er Jahren war die Nachfrage äußerst groß, eine nahezu unglaubliche Vielzahl an Grödner Holzskulpturen wurde in alle Länder Europas, aber auch nach Amerika verkauft. Die folgenden Jahre der Krise stellten die Grödner Bildhauer vor neue Herausforderungen. Wenn auch in etwas kleinerer Form, gelang es meinem Vater, den Betrieb erfolgreich weiterzuführen. Nach Abschluss der Pflichtschule, konnte ich bei ihm in die Lehre gehen. Über viele Jahre teilten wir uns die Werkstatt in St. Ulrich. Die Zusammenarbeit mit meinem Vater erfolgte stets in einem anspornenden Klima der gegenseitigen Anerkennung. Als er 2006 in den Ruhestand trat, konnte ich den künstlerischen Familienbetrieb übernehmen. Seither führe ich ihn als Einzelunternehmer. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass diese Werkstatt, die viele bedeutende Kirchen mit Figuren und Einrichtungen ausstatten konnte, bis heute besteht.

Auch in der Familie meiner Mutter scheinen mehrere renommierte Bildhauer auf: Leopold Moroder (1850- 1906), Urgroßvater Vinzenz Moroder sen. (1889 - 1980), Großvater Vinzenz Moroder jun. (1922-2015). Sie waren insbesondere im Altarbau tätig. Bis heute finden sich viele ihrer Arbeiten in Sizilien und im norditalienischen Raum (Verona).“

Lebenslauf des Grödner Künstlers Filip Piccolruaz

  • geboren am 2. April 1977 in Bozen
  • 1991–1995 Besuch der Berufsfachschule für Bildhauerei in St. Ulrich
  • 1998 Gesellenprüfung
  • seit 1991 Tätigkeit als Bildhauer und Künstler in der eigenen Werkstatt in St. Ulrich, zusammen mit Vater Helmuth Gebhard
  • seit 2001 Unterricht an der Berufsschule für das Kunsthandwerk in St. Ulrich (Gröden)
  • 2012 Unterricht am Kunstlyzeum „Cademia“ in St.Ulrich (Gröden)
  • seit 2012 Unterricht im Bereich Modellieren Plastik und Bildhauerei für Schüler der Akademie der bildenden Künste Venedig(Accademia di Belle Arti di Venezia)
  • 2014 Meisterprüfung
  • 2017 Dozent an der Accademia di Belle Arti in Venedig (Fächer: Bildhauerei und Plastik)

Parallel dazu:

  • Besuch zahlreicher Kurse (v.a. im Bereich Guss- und Modelliertechniken)
  • Leiter zahlreicher Kurse (Akt-Modellierkurse, Portrait, Schnitzkurse)
  • Praxiserfahrungen im Umgang mit Marmor, Holz, Keramik, Gips und Plexiglas
  • ehrenamtliche Tätigkeit in zahlreichen Vereinen (z.B. mehrjähriger Obmann und Sänger im Kirchenchor St. Ulrich, Sänger beim Ensemble Gherdëina und Jugendchor St. Ulrich)


Filip Piccolruaz - Der Grödner Künstler kann als Referent für Modellier- und Schnitzkurse angefragt werden

Das Grödnertal, im Herzen des UNESCO-Weltnaturerbes der Dolomiten, machte sich mit dem Schnitzhandwerk bereits lange Zeit vor dem Tourismus einen Namen. Auch heute noch wird die Tradition des Schnitzens in Gröden aufrecht gehalten und die Gewandtheit der Künstler wird weit über die Grenzen Südtirols sehr geschätzt. Der in St. Ulrich lebende Bildhauer Piccolruaz pflegt mit viel Liebe und Kunstfertigkeit diese Tradition und gibt seine Kenntnisse gerne weiter. Er blickt bereits auf eine jahrelange Erfahrung als Referent zahlreicher Kunstkurse zurück und kann als Kursleiter in Kunstschulen, Akademien, Schnitzschulen oder Vereinen angefragt werden. In Schnitzkursen entsteht aus einer Idee ein Entwurf, aus Holz eine Figur, ein Relief oder eine Skulptur. In seinen Modellierkursen (Akt- oder Porträtmodellieren) vermittelt Piccolruaz mit viel Leidenschaft sein Wissen zu den Grundlagen des Modellierens, den Proportionen, Ausdrucksformen und Bewegungen der menschlichen Figur.

Als Referent anfragen
Modern

Geboren in einer Familie, aus der zahlreiche Holzbildhauer hervorgingen, beschreitet Filip inzwischen neue Wege. So kann er seiner Kreativität freien Lauf lassen…

Profan

Mit besonderer Freude widmet sich Filip der Gestaltung von Porträts (Kinder, wichtige Persönlichkeiten), Tieren, Reliefs und der Darstellung der Aktfigur.
Durch solche Kunstwerke…

Sakral

Der milde, runde Duft von frischem Zirbelholz begleitet Filip seit seiner Kindheit. In der Werkstatt des Vaters, diesem lichten Raum mit den großen Fenstern, machte er seine ersten Versuche…

Aus eigener Hand. Mit fachmännischem Wissen angefertigt.

Vom Entwurf bis zur
fertigen Skulptur.